Historische Eckpunkte des Versorgungszugs

Stand 23. April 2004

Die Gründung:

Am 1. April 1974 fand unter dem damaligen Kreisbrandmeister Kurt Rühmkopf die Gründungsversammlung des Versorgungszuges im Katastrophenschutz des Landkreises Hildesheim in der FTZ Groß Düngen statt. Unter den 10 anwesenden Personen waren der damalige Kreisschirrmeister Rudi Busche sowie der heutige Ehrenzugführer Alfred Bellgardt. Der bereits bestehende Verpflegungstrupp der Bundesfeuerwehrbereitschaft 4 unter der Leitung des Zugtruppführers Kamerad Reuleke wurde dem Versorgungszug unterstellt.

Am 1. Mai 1974 bestellte der damalige Kreisdirektor Jung-Lundberg den Feuerwehrkameraden Alfred Bellgardt aus Klein Düngen zum Zugführer sowie den Kameraden Reuleke zum stellvertretenden Zugführer des Versorgungszuges.

Bei der ersten Großübung, die unter dem Decknamen "Waldkater" lief, traten Differenzen zwischen dem Zugführer und seinem Stellvertreter auf: Die vom Kameraden Bellgardt angewiesene und für erforderlich gehaltene Menge an Lebensmitteln wurde vom Kameraden Reuleke nicht eingekauft. Bei einer einberufenen Versammlung kündigte Kamerad Reuleke seinen Rücktritt an, sofern er nicht wie in alten Zeiten (vor der Gründung des Versorgungszuges) in eigener Regie den Einkauf durchführen darf. Der Kreisdirektor Jung-Lundberg hielt den Kameraden des Zuges noch einmal die Führungsstruktur vor Augen, wobei der Zugführer die verantwortliche Person vor dem Landkreis ist. Sollte es Unstimmigkeiten geben, entscheidet letztendlich der Zugführer! Aufgrund dieser klaren Aussage des Kreisdirektors wurde der stellvertretende Zugführer Kamerad Reuleke durch den Feuerwehkameraden Reinhold Bellgardt am 25 Marz 1975 abgelöst.

Führungskräfte des Versorgungszuges:

Das Amt des Zugführers bekleidete von der Gründung 1974 bis 1994, also 20 Jahre lang, Kamerad Alfred Bellgardt (heute Ehrenzugführer). Seine Stellvertreter waren von 1974 bis 1975 Kamerad Reuleke, von 1975 bis 1993 Kamerad Reinhold Bellgardt (=18 Jahre) und von 1993 bis 1994 der Kamerad Matthias Bellgardt.

Der Zugführer Alfred Bellgardt übergab 1994 das Amt an seinen Stellverteter Kamerad Matthias Bellgardt. Als neuer Stellverteter wurde Kamerad Norbert Ohse benannt. Beide führen den Versorungszug bis heute.

Standorte des Versorgungszuges:

Die Fahrzeuge und Gerätschaften des Versorungszuges waren zunächst in der Gutsscheune in Heinde und danach in der Scheune Ringe-Krause in Groß Düngen untergebracht. Anschließend fanden wir unser Quartier in der alten FTZ in Groß Düngen sowie in einer engen Halle ebenfalls in Groß Düngen. Derzeit sind wir in einer großzügigen Scheune auf dem Hof Meyer in Klein Düngen untergebracht. Versammlungen und andere Zusammenkünfte haben im Feuerwehrgerätehaus Klein Düngen ihren Veranstaltungsort.

Einsatzbereiche des Versorgungszuges:

Der Versorgungszug ist zuständig für die Unterbringung und Verpflegung der Einsatzkräfte, die Materialerhaltung sowie für den Transport von Verbrauchsgütern wie z.B. Kraftstoffen jeglicher Art. Eine weitere Aufgabe ist die Betreuung im Rahmen der Bundeskomponente: z.B.: Evakuierungsmaßnahmen, ...

Fahrzeuge des Versorgungszuges:

Als Einsatzleitwagen dient ein VW-Bus (im 21. Jahr).

Für den Transport von Gasflaschen und Kühlgeräten wird ein Mercedes Sprinter eingesetzt.

Notstromaggregate, Beleuchtung und Werkzeuge sind untergebracht auf einem mittlerweile 25 Jahre jungen Mercedes LKW.

Unser Planwagen (Mercedes LKW im Hebebühne) transportiert die Zelte und im Bedarfsfall Kraftstoffe und Schläuche.

Der Betten- und Tischewagen, ein 24 Jahre junger Mercedes LKW transportiert 30 Tische, 60 Bänke und rund 125 Feldbetten.

Zentrales Glied ist unser Küchenwagen: ein Mercedes LKW, quasi mit Vollausstattung (was das Equipment angeht - also ohne Lederausstattung, ... !)

Ein Geschirrmobil sowie eine Feldküche sind jeweils als Anhänger mobil.

Zur Abrundung dient ein TLF (Unimog, höchst geländegängig) zum Wassertransport, zur Beleuchtung mit eigenem 8 KVA Notstromaggregat. Nicht erst einmal stellte er sein Talent als Schleppfahrzeug unter Beweis!

Fahrzeuge des Bundes:

Im Versorgungszug ist auch die Betreuungskomponente des Bundes integriert. Um diese erfüllen zu können, stehen folgende Fahrzeuge zur Verfügung und werden regelmäßig eingesetzt:

Ein Mercedes LKW dient als Platzhalterfahrzeug für den Küchenwagen, zur Kühlung und als Transportfahrzeug.

Als Betreungsfahrzeug verrichtet ein Mercedes Sprinter mit 8 Sitzplätzen seinen Dienst.

Eine Feldküche auf Fehrgestell rundet die Bundeskomponente ab.

Personalstärke derzeit:

Gesamt 27 Feuerwehrkameraden, davon 16 freiwillige und 11 von der Bundeswehr freigestellte Kameraden versehen eifrig und vorbildlich ihren Dienst.

Insgesamt durchliefen bereits 40 Kameraden den Versorgungszug.

Das dieser Versorgungszug gut ausgerüstet sein muß und seine Daseinsberechtigung hat, spiegelt sich in folgenden Zahlen wieder:

Pro Jahr werden ca. 3.500 Mahlzeiten zubereitet, angefangen bei der Kaltverpflegung, über Erbsensuppe, Geschnetzeltem, Braten bis hin zum Gulasch. Diese Mahlzeiten werden ausgegeben bei Bereitschaftsübungen, Zeltlagern der Jugendfeuerwehren, Kreisveranstaltungen (Tagungen, Kreisbrandmeisterdienstbesprechungen) bis hin zu Realeinsätzen.

Geplante Einsaätze mit entsprechender Vorbereitungszeit:

Die größte Veranstelatung, die der Versorgungszug abzuarbeiten hatte, war das Jubiläum zum 25-jährigen Bestehen der Stadtjugendfeuerwehr Hildesheim. Dieses Fest wurde mit einem Zeltlager im Hochwasserbett der Innerste am Hohnsensee gefeiert. Das Zeltlager, an dem rund 1.000 Jugendliche teilnahmen, dauerte drei Tage. An diesem Wochenende haben wir rund 8.000 Mahlzeiten zur Zufriedenheit aller Teilnehmer ausgegeben!

Die prominenteste zu bekochende Person war Herr Carstens, damals Bundespräsident. Anlass war eine Wanderung. Seine Wanderstrecke durchquerte zweimal den Landkreis Hildesheim. Wir hatten die ehrenvolle Aufgabe, die Wandergruppe incl. des Bundespräsidenten mit Erbsensuppe zu beköstigen.

Ernstfalleinsätze ohne Vorbereitungszeit:

Hochwasser in der Ortschaft Föhrste beil Alfeld (Verpflegung der Einsatzkräfte)

Erdrutsch in Bad Salzdetfurth, bei dem ein Haus drohte am Hang abzurutschen (Verpflegung der Einsatzkräfte)

Liegengebliebene Reisebusse auf der Autobahn (BAB 7) (Unterbringung und Verpflegung der Reisenden in der FTZ Groß Düngen)

Sperrung der Autobahn 7 nach Schneeverwehungen (Fahrzeuginsassen wurden vor Ort mit heißen Gertränken versorgt)

Bombenentschärfung in Lühnde (Versorgung von Einwohnern und Einsatzkräften mit warmen Würstchen und Getränken)

Gefahrgutunfall auf der Autobahn 7 zwischen Hildesheimer Börde und Derneburg (Kaffee an Einsatzkräft verteilt)

Hochwassereinsatz an der Elbe im Landkreis Lüchow Dannenberg (Einsatzdauer: 5 Tage. Erste Erfahrungen bei einem Katastropheneinsatz gesammelt, 500 Feuerwehreinsatzkräfte aus dem LK Hildesheim wurden von uns betreut)

Danke:

Dank an alle Kameraden des Versorgungszuges für die sehr gute kameradschaftliche Zusammenarbeit in all den Jahren. Bei eventuellen Mißverständnissen wurde offen darüber gesprochen und somit war es schnell "Schnee von gestern". Dies hat sich als wesentlicher Punkt herausgestellt, dass in den vergangenen 30 Jahren dem Zug bei seinen Arbeiten noch keine größeren Pannen unterlaufen sind. Einen dicken Dank auch an die Frauen, die entweder mit anpacken oder uns den Rücken freihalten.